Sicherheit & Feiertage

Angstfrei ins neue Jahr

Der ultimative Silvester-Guide für Katzenhalter

Für uns Menschen ist es der Höhepunkt des Jahres: Sektkorken knallen, Raketen erleuchten den Himmel und wir liegen uns in den Armen. Doch für unsere Katzen ist der Jahreswechsel oft der schlimmste Tag im Kalender – der absolute „Endgegner“. Während wir feiern, beginnt für viele Samtpfoten ein Spießrutenlauf aus Panik, Lärm und grellen Blitzen.

Jedes Jahr aufs Neue sehen wir, wie unterschiedlich Katzen auf dieses Spektakel reagieren. Doch eines haben fast alle gemeinsam: Sie verstehen nicht, was da draußen passiert. Die Welt, die sonst ihr sicheres Revier ist, verwandelt sich plötzlich in eine bedrohliche Zone. Damit ihr dieses Jahr nicht hilflos danebenstehen müsst, während euer Liebling zitternd unter dem Sofa kauert, haben wir diesen Guide zusammengestellt. Wir zeigen euch, wie ihr Nelson, Jumah, Kiwi, Kalli und Simba (und natürlich eure eigenen Tiger) sicher und möglichst entspannt ins neue Jahr bringt.

Warum Silvester für Katzen purer Stress ist

Vielleicht habt ihr euch schon einmal gefragt, warum ausgerechnet diese eine Nacht so viel schlimmer ist als ein kräftiges Sommergewitter oder lauter Straßenlärm? Es liegt nicht daran, dass unsere Katzen überempfindliche „Mimosen“ sind. Wenn wir verstehen wollen, was in Simba, Kiwi und euren Tigern vorgeht, müssen wir die Biologie betrachten. Ihr Körper ist eine perfekt abgestimmte Warnanlage, die an Silvester schlichtweg überlastet wird.

Es ist leicht, die Angst der Katzen als bloße Nervosität abzutun. Doch wer einmal gesehen hat, wie ein sonst so souveräner Freigänger plötzlich panisch unter das Bett flüchtet und stundenlang nicht mehr hervorzukommen wagt, ahnt: Hier passiert mehr. Was wir als bunten Spaß empfinden, ist für unsere Tiere ein massiver, biologischer Angriff auf ihre Sinne. Um ihnen zu helfen, müssen wir begreifen, warum ihr Instinkt in dieser Nacht permanent „Lebensgefahr“ meldet.

 

Das Gehör: Ein Fluch und ein Segen

Um das Ausmaß der Panik zu verstehen, müssen wir uns die Anatomie unserer „Kleinstadttiger“ ansehen. Das Gehör einer Katze ist ein Hochleistungsinstrument, entwickelt für die Jagd. Sie hören das leise Trappeln einer Maus unter einer dicken Schneedecke und nehmen Frequenzen im Ultraschallbereich wahr, die für uns Menschen gar nicht existieren. Wenn nun ein Silvesterböller detoniert, der schon für unsere ohnehin abgestumpften Ohren laut ist, wirkt das auf Nelson, Jumah und Co. wie eine physische Ohrfeige. Der Schalldruck wird durch ihre trichterförmigen Ohren verstärkt und dringt ungefiltert ins Gehirn. Es ist für sie nicht einfach nur „laut“ – es tut oft körperlich weh.

Der Faktor der Unvorhersehbarkeit Ein weiteres Problem ist der Überraschungseffekt. Viele Katzen kommen mit Gewittern relativ gut klar. Warum? Ein Gewitter kündigt sich an. Der Luftdruck fällt, es riecht nach Regen, der Wind frischt auf. Die Katze kann sich darauf einstellen und ein Versteck suchen. Das Silvesterfeuerwerk hingegen bricht völlig unvermittelt über sie herein. Ein Zischen, ein Heulen, dann ein Knall – völlig ohne Vorwarnung. Für ein gewohnheitsliebendes Tier, das Sicherheit durch Kontrolle über sein Revier gewinnt, bricht in diesem Moment die Welt zusammen. Sie können die Gefahr nicht lokalisieren und wissen nicht, wann der nächste Knall kommt. Dieser Kontrollverlust löst den uralten Fluchtinstinkt aus.

Der Faktor der Unvorhersehbarkeit

Ein weiteres Problem ist der Überraschungseffekt. Viele Katzen kommen mit Gewittern relativ gut klar. Warum? Ein Gewitter kündigt sich an. Der Luftdruck fällt, es riecht nach Regen, der Wind frischt auf. Die Katze kann sich darauf einstellen und ein Versteck suchen. Das Silvesterfeuerwerk hingegen bricht völlig unvermittelt über sie herein. Ein Zischen, ein Heulen, dann ein Knall – völlig ohne Vorwarnung. Für ein gewohnheitsliebendes Tier, das Sicherheit durch Kontrolle über sein Revier gewinnt, bricht in diesem Moment die Welt zusammen. Sie können die Gefahr nicht lokalisieren und wissen nicht, wann der nächste Knall kommt. Dieser Kontrollverlust löst den uralten Fluchtinstinkt aus.

Sinnesüberflutung auf allen Ebenen Es ist nicht nur der Lärm. Silvester ist ein Angriff auf alle Sinne.

Die Augen:

Grelle Lichtblitze zucken durch die Fenster, werfen unheimliche Schatten und machen die Nacht zum Tag.

Die Nase:

Der feine Geruchssinn nimmt den beißenden Gestank von Schwarzpulver und verbranntem Papier wahr – ein Geruch, der in der Natur oft "Feuer" und damit Lebensgefahr bedeutet.

Wir sehen jedes Jahr aufs Neue, wie tief dieser Stress sitzen kann, auch wenn jede Katze anders damit umgeht.
Nelson versucht oft noch, den starken Macker zu markieren, aber man sieht an seinen riesigen Pupillen und dem nervösen Zucken seines Fells, wie angespannt er ist.
Kiwi hingegen sucht oft verzweifelt Körperkontakt, weicht uns nicht von der Seite und zuckt bei jedem Heuler zusammen. Und unser sensibler
Simba? Für ihn ist Silvester der pure Horror. Er verkriecht sich oft schon am frühen Abend im hintersten Winkel des Kleiderschranks oder unter dem Bett. Er macht sich ganz flach, die Ohren sind angelegt, und er rührt kein Futter mehr an. Zu sehen, wie ein sonst so stolzer Kater zu einem zitternden Häufchen Elend wird, bricht uns jedes Jahr das Herz.
Genau deshalb ist es so wichtig zu verstehen: Sie stellen sich nicht an. Sie haben Todesangst. Und es liegt an uns, ihnen da durchzuhelfen.

Vorbereitung ist alles

Geräusch-Training für Katzen

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein, aber wir können unsere Katzen tatsächlich ein Stück weit gegen die Silvester-Angst „impfen“. Das Zauberwort heißt Desensibilisierung. Da Katzen Gewohnheitstiere sind, reagieren sie auf alles Neue und Laute erst einmal skeptisch. Wenn sie aber lernen, dass ein bestimmtes Geräusch keine negativen Konsequenzen hat, wird es irgendwann ignoriert – ähnlich wie wir Menschen irgendwann den Straßenlärm vor dem Fenster ausblenden.

Wir nutzen diese Technik schon seit Jahren, um Nelson, Jumah und den Rest der Bande auf den Jahreswechsel vorzubereiten. Es ist kein Wundermittel, das aus einem Angsthasen über Nacht einen Löwen macht, aber es nimmt die Spitzen der Panik. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei das Timing: Fangt nicht erst einen Tag vor Silvester an! Je früher ihr startet (am besten schon Anfang Dezember), desto entspannter wird das Ergebnis.

Anleitung: So funktioniert das Anti-Knall-Training

Ihr braucht dafür keine teuren Profi-Geräte. Ein Smartphone mit Bluetooth-Box oder der Fernseher reicht völlig aus. Auf YouTube oder Spotify gibt es unzählige Playlists unter den Suchbegriffen „Geräuschetraining Katze“, „Silvester Sounds“ oder „Feuerwerk Geräusche“.

01

Der sanfte Einstieg

Startet eine Playlist („Silvester Sounds“ auf YouTube) in einer Lautstärke, die für euch kaum hörbar ist – nur ein Hintergrundrauschen. Beobachtet eure Katzen: Schläft Kiwi weiter? Perfekt. Hebt sie nervös den Kopf? Zu laut! Sofort leiser drehen.

02

Positive Verknüpfung

Jetzt kommt der Trick: Verbindet das Geräusch mit etwas Tollem! Spielt die Sounds ab, wenn es Futter gibt oder die Angel rausgeholt wird.
Botschaft ans Gehirn: „Knallt es, gibt es Essen & Spaß!“ Bei Nelson reicht ein voller Napf, bei Simba hilft ruhiges Streicheln.

03

Die langsame Steigerung

Wiederholt diese Übung täglich für ein paar Minuten. Bleiben alle entspannt? Super, dann dreht die Lautstärke beim nächsten Mal einen winzigen Tick höher. Aber Vorsicht: Geduld ist Pflicht! Wenn ihr zu schnell zu laut werdet und die Katze Angst zeigt, habt ihr einen Rückschritt gemacht. Geht dann sofort wieder auf die vorherige Stufe zurück.

04

Eure Rolle dabei

Das Wichtigste an der ganzen Übung seid ihr. Katzen sind Meister darin, unsere Stimmungen zu lesen. Wenn ihr nervös zum Lautsprecher schielt, um zu sehen, wie die Katze reagiert, übertragt ihr eure Anspannung. Tut so, als wäre das Knallen das Normalste der Welt. Ignoriert die Geräusche komplett. Liest ein Buch, kocht Kaffee, unterhaltet euch. Wenn Kalli sieht, dass seine Menschen völlig unbeeindruckt sind, lernt er: „Okay, der Chef regt sich nicht auf, dann ist es wohl keine Gefahr.“

Tipp: Macht dieses Training nicht den ganzen Tag, sondern in kurzen Einheiten von 5 bis 10 Minuten. Das Ziel ist nicht, Disco-Lautstärke zu erreichen, sondern dass die Katze bei moderatem Lärm entspannt bleibt.

Sanfte Helfer

Pheromone und Düfte für entspannte Tiger

Wenn das Training allein nicht reicht oder euch die Zeit davonläuft, können wir uns einen Trick von Mutter Natur abschauen. Habt ihr schon einmal beobachtet, wie Katzen ihren Kopf an Möbeln oder an euren Beinen reiben? Damit markieren sie ihr Revier nicht nur als „Besetzt“, sondern vor allem als „Sicher“. Sie hinterlassen sogenannte Gesichtspheromone, die ihnen selbst signalisieren: Hier droht keine Gefahr, hier kann ich entspannen.

Genau diesen Effekt machen sich moderne Helfer zunutze. Es gibt synthetisch nachgebildete Pheromone (bekannte Marken sind z.B. Feliway oder CatComfort), die für unsere menschlichen Nasen völlig geruchlos sind. Für unsere Katzen hingegen sind sie eine klare Botschaft der Geborgenheit. Besonders die Nachbildung des „Mutter-Pheromons“, das Katzenmütter beim Säugen abgeben, wirkt auf viele Tiere instinktiv beruhigend – egal wie alt sie sind. Wir nutzen diese „Wohlfühl-Stecker“ fast immer in der Silvesterzeit, um für Simba, der ja unser größter Angsthase ist, eine unsichtbare Sicherheitszone zu schaffen.

Der Stecker für die Steckdose

Die Basis-Entspannung Die einfachste Variante sind Verdampfer für die Steckdose. Sie verteilen die Pheromone kontinuierlich im Raum. Doch Achtung: Das ist kein "Ausschalt-Knopf" für Angst, der sofort wirkt. Man muss sich das eher wie einen sanften Schleier vorstellen, der die Grundanspannung senkt. Damit sich der Duft im Raum verteilen kann, solltet ihr den Stecker unbedingt ein bis zwei Wochen vor Silvester einstecken. Wählt dafür den Raum, in dem sich eure Katzen am meisten aufhalten oder wohin sie sich bei Angst zurückziehen. Bei uns ist das meist das Wohnzimmer, wo Kiwi, Kalli und der Rest der Bande dann zusammenliegen. Wenn der Raum erst nach Sicherheit "riecht", fällt es den Katzen leichter, sich trotz des Lärms draußen etwas zu beruhigen.

Das Spray

Die Basis-Entspannung Die einfachste Variante sind Verdampfer für die Steckdose. Sie verteilen die Pheromone kontinuierlich im Raum. Doch Achtung: Das ist kein "Ausschalt-Knopf" für Angst, der sofort wirkt. Man muss sich das eher wie einen sanften Schleier vorstellen, der die Grundanspannung senkt. Damit sich der Duft im Raum verteilen kann, solltet ihr den Stecker unbedingt ein bis zwei Wochen vor Silvester einstecken. Wählt dafür den Raum, in dem sich eure Katzen am meisten aufhalten oder wohin sie sich bei Angst zurückziehen. Bei uns ist das meist das Wohnzimmer, wo Kiwi, Kalli und der Rest der Bande dann zusammenliegen. Wenn der Raum erst nach Sicherheit "riecht", fällt es den Katzen leichter, sich trotz des Lärms draußen etwas zu beruhigen.

Kräuter als Ablenkung?

Neben Pheromonen schwören manche Halter auch auf Baldrian oder Katzenminze. Unsere Erfahrung ist da gemischt. Zwar lieben Jumah und Nelson ihre Stinkekissen, aber diese Düfte wirken oft eher anregend und aufputschend als beruhigend. Um kurzzeitig Stress abzubauen oder abzulenken, kann ein Baldriankissen super sein – für eine dauerhafte Entspannung in der Silvesternacht setzen wir aber lieber auf die Pheromon-Stecker.

Tipp: Wenn ihr eine große Wohnung oder mehrere Etagen habt, reicht ein einziger Stecker oft nicht aus. Ein Verdampfer deckt meist ca. 50–70 Quadratmeter ab. Im Zweifel lieber einen zweiten Stecker im Flur platzieren, damit die „Sicherheitszone“ nicht plötzlich endet.

Beruhigungsmittel

Was hilft, was schadet?

Wenn alle sanften Methoden wie Training oder Pheromone nicht ausreichen und man sieht, wie der eigene Kater vor purer Panik fast hyperventiliert, kommt oft der Gedanke: „Gibt es nicht eine Pille, die ihn einfach schlafen lässt?“

Die Antwort ist ein klares Jein. Es gibt Mittel, die helfen, und es gibt Mittel, die für die Katze der absolute Horror sind. Hier müsst ihr als Halter den Unterschied kennen.

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.

Sanfte Unterstützung aus der Natur

Für leicht gestresste Katzen (wie unseren Nelson oder Jumah, die zwar nervös sind, aber nicht panisch) gibt es Nahrungsergänzungsmittel auf natürlicher Basis. Bekannt sind zum Beispiel Präparate mit dem Wirkstoff Alpha-Casozepin (z.B. Zylkene). Das ist ein Milcheiweiß, das ähnlich beruhigend wirkt wie Muttermilch auf Kitten.

Der Vorteil: Es macht nicht süchtig und „schießt“ die Katze nicht ab.

Der Haken: Es wirkt nicht sofort. Ihr müsst oft schon einige Tage vor Silvester mit der Gabe beginnen, damit sich ein Spiegel aufbaut. Für echte Härtefälle reicht die Wirkung allein oft nicht aus, aber als Basis-Unterstützung ist es super.

Die chemische Keule: Vorsicht!

Bei extremer Panik (wie wir sie früher bei Simba hatten), ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich. Doch hier müsst ihr kritisch nachfragen!

Früher wurde oft ein Beruhigungsmittel mit dem Wirkstoff Acepromazin (kurz „Ace“) verschrieben. Davon raten Experten heute dringend ab!

Warum? Dieses Mittel wirkt sedierend auf die Muskeln, macht aber nicht angstfrei. Das bedeutet: Die Katze liegt regungslos in der Ecke und kann sich nicht bewegen (Lähmung), ist aber im Kopf hellwach und bekommt den Lärm und ihre Angst zu 100 % mit. Sie ist in ihrem eigenen Körper gefangen, ohne flüchten zu können. Das ist ein traumatisches Erlebnis, das die Silvesterangst für das nächste Jahr massiv verschlimmert.

Der einzig richtige Weg: Das Gespräch mit dem Tierarzt

Wenn ihr wisst, dass euer Tier leidet, sprecht rechtzeitig (am besten Anfang Dezember) mit eurem Tierarzt. Es gibt mittlerweile moderne Medikamente (sogenannte Anxiolytika), die wirklich die Angst im Kopf lösen, ohne das Tier nur körperlich ruhigzustellen.

Aber: Gebt niemals, wirklich niemals, Medikamente aus eurer eigenen Hausapotheke (wie Baldrian-Dragees für Menschen oder Schmerzmittel). Der Stoffwechsel von Katzen ist völlig anders als unserer – was für uns harmlos ist, kann für Kalli und Co. tödlich sein.

Der Silvesterabend

7 Tipps für weniger Stress

Wenn der große Abend gekommen ist, steigt nicht nur bei uns die Aufregung, sondern oft auch die Anspannung bei unseren Tieren. Draußen beginnen die ersten Raketen, und drinnen gilt es jetzt, die Ruhe zu bewahren. Mit diesen 7 Maßnahmen machen wir unsere Wohnung jedes Jahr zur Sicherheitszone für Nelson, Jumah, Kiwi, Kalli und Simba.

01

Macht die Wohnung zur Festung

Das Wichtigste passiert, bevor es dunkel wird: Wir schließen alle Fenster, Türen und vor allem die Rollläden. Das hat zwei Gründe. Zum einen dämpft es den Lärm von draußen enorm. Zum anderen – und das unterschätzen viele – sind die grellen Lichtblitze für Katzen oft genauso gruselig wie der Knall. Wenn bunte Lichter unvorhersehbar durchs dunkle Zimmer zucken, geraten optisch orientierte Jäger in Panik. Wenn ihr keine Rollläden habt, zieht dicke Vorhänge zu oder hängt Decken vor die Fenster. Wir machen drinnen ganz normal das Licht an, damit es keine dunklen Ecken gibt, in denen die Blitze von draußen noch stärker wirken.

02

Gegenlärm erzeugen

Stille ist an diesem Abend der Feind. In einer absolut stillen Wohnung wirkt jeder Knall von draußen wie ein Donnerschlag. Wir lassen deshalb den ganzen Abend den Fernseher oder das Radio laufen – und zwar ruhig etwas lauter als sonst. Es gibt spezielle „Entspannungsmusik für Katzen“ (z.B. klassische Musik mit langsamen Tempi), die beruhigend wirkt und die akustischen Spitzen der Böller abmildert. Das konstante Hintergrundgeräusch hilft der Bande, die plötzlichen Knalle besser auszublenden.

03

Rückzugsorte schaffen (Die Simba-Taktik)

Unser Simba ist der Meister des Versteckens. An Silvester akzeptieren wir das vollkommen. Wenn er unter das Bett oder tief in den Kleiderschrank will, darf er das. Wir bauen ihm dort sogar extra „Bunker“: Kartons mit Decken drüber oder wir lassen die Schranktür einen Spalt offen. Wichtig ist: Zerrt eine verängstigte Katze niemals aus ihrem Versteck, um sie zu „trösten“. Das Versteck ist ihre letzte Bastion der Sicherheit. Lasst sie dort in Ruhe, bis sie von alleine wieder rauskommt.

04

Trösten oder Ignorieren? Der Mittelweg

Lange hieß es, man solle ängstliche Hunde und Katzen komplett ignorieren, um die Angst nicht zu bestätigen. Das ist heute veraltet. Es gilt das Prinzip des „Social Support“. Wenn Kiwi zitternd zu uns auf das Sofa kommt und Körperkontakt sucht, bekommt sie ihn. Wir streicheln sie ruhig und bestimmt. Aber: Wir fallen nicht in Mitleid („Oh Gott, du Arme!“) und werden selbst hektisch. Wir vermitteln: „Ich bin da, ich schütze dich, aber ich habe keine Angst.“ Wer Nähe sucht, darf Nähe haben. Wer wie Simba seine Ruhe will, bekommt Ruhe.

05

Essen beruhigt die Nerven

Für unsere verfressenen Kater Nelson und Jumah ist Futter die beste Medizin. Kauen und Schlecken setzt im Gehirn Endorphine frei und baut Stress ab. Wir bereiten für Silvester oft spezielle Schleckmatten mit Leckerli-Paste vor oder geben besonders hartes Trockenfleisch, an dem sie lange kauen müssen. Das lenkt ab. Wenn eine Katze vor Angst nicht fressen will, zwingt sie nicht. Bietet es an, aber seid nicht enttäuscht, wenn der Stress auf den Magen schlägt.

06

Alkoholfreie Zone für Vierbeiner

Es klingt kurios, aber passt auf eure Sektgläser und den Eierlikör auf. Manche Katzen sind neugierig, und Alkohol ist für sie pures Gift. Aber auch passiv solltet ihr aufpassen: Wenn ihr eine Silvesterparty schmeißt, achtet darauf, dass eure Gäste die Katzen nicht bedrängen. Ein ängstliches Tier, das von einem angetrunkenen Gast hochgehoben wird, kann in Panik kratzen oder beißen. Wir feiern meist im kleinen Kreis, damit die Unruhe in der Wohnung nicht noch größer wird.

07

Bleibt bei ihnen

Der vielleicht wichtigste Tipp: Lasst eure Tiere an diesem Abend nicht allein. Wir würden niemals auf eine Party gehen und die Katzen dem Feuerwerk alleine überlassen. Eure bloße Anwesenheit, euer Geruch und eure ruhige Stimme sind der wichtigste Anker, den sie haben. Auch wenn sie unterm Sofa sitzen – sie wissen, dass ihr da seid, und das gibt Sicherheit.

Vorsicht an Neujahr

Wann darf die Katze wieder raus?

Die Nacht ist überstanden, das große Knallen hat aufgehört. Nelson und Jumah stehen wahrscheinlich schon jammernd an der Terrassentür und fordern ihre Freiheit zurück. Doch Vorsicht: Auch am Neujahrstag lauern noch Gefahren, die man leicht unterschätzt. Wir lassen unsere Bande meistens nicht direkt morgens um 8:00 Uhr raus, sondern warten, bis es hell ist und sich die Lage auf den Straßen beruhigt hat.

Gefahr durch Blindgänger Das größte Risiko sind nicht explodierte Feuerwerkskörper, sogenannte Blindgänger. Sie liegen oft noch tagelang in Gärten, Gebüschen oder am Straßenrand. Für eine verspielte Katze sehen diese bunten Pappröhrchen aus wie das perfekte Spielzeug. Wenn darauf herumgekauft oder damit „Fußball“ gespielt wird, können Reste von Schwarzpulver noch zünden oder giftige Chemikalien aufgenommen werden.

Scherben bringen kein Glück Zudem sieht es auf den Gehwegen oft aus wie auf einem Schlachtfeld. Zerschlagene Sektflaschen und scharfkantige Raketenreste sind eine echte Gefahr für zarte Katzenpfoten. Schnittverletzungen an den Ballen sind schmerzhaft und heilen im Winter schlecht.

Unser „Neujahrs-Check“ Bevor wir die Klappe entriegeln, gehen wir selbst erst einmal eine Runde durch den Garten und die nähere Umgebung. Wir sammeln Raketenstäbe und Böller-Reste ein, die auf unserem Grundstück gelandet sind. Erst wenn unser Garten „sauber“ ist und wir hören, dass auch in der Nachbarschaft keine vereinzelten Böller mehr gezündet werden (was ja leider oft noch am 1. Januar passiert), dürfen die Tiger wieder auf Patrouille. Meistens ist der Hunger auf frische Luft dann so groß, dass sie erst einmal stundenlang weg sind – um ihr Revier neu zu markieren und nach dem Rechten zu sehen.

Illustration einer schwarzen Katze mit gelben Augen auf grünem Hintergrund

Der Winter-Profi

Kallis Experten-Tipp

„Leute, wir müssen reden. Kalli hier. Ihr wisst, ich bin der König des Reviers. Eine geschlossene Tür ist für mich normalerweise eine persönliche Beleidigung.

Ich liebe meine nächtlichen Runden, den Wind im Fell und die Ruhe da draußen. Aber dieser eine Abend im Jahr? Da spielen die Menschen verrückt. Es blitzt, es stinkt und der Lärm tut echt in den Ohren weh. Ich gebe es ungern zu, aber: Wenn die Zweibeiner die Klappe dicht machen und die Rollläden runterlassen, haben sie recht. Ich hasse es zwar, nicht raus zu können, aber draußen ist es mir in dieser Nacht einfach zu unheimlich.

Mein Tipp an alle Freiheitskämpfer: Nutzt den Hausarrest! Lasst euch bedienen, fordert das extra gute Futter ein und tut so, als wärt ihr schwer beleidigt. Das bringt meistens noch ein paar extra Leckerlis ein. Und am nächsten Morgen gehört das Revier wieder uns!“

Euer Kalli

Nach oben scrollen