Katze sozialisieren

So gelingt ein harmonisches Miteinander

Tierarztkosten gehören zu den Themen, die wir als Katzenhalter oft erst dann wirklich wahrnehmen, wenn der erste Tierarztbesuch ansteht – oder wenn plötzlich etwas passiert, womit wir nicht gerechnet haben. Egal ob Routineimpfung, Blutuntersuchung oder eine größere Operation: Die Kosten können stark schwanken und viele fühlen sich schnell überfordert.

Doch genau deshalb ist es so wichtig, die typischen Gebühren zu kennen. Wenn wir verstehen, wie Tierarztkosten entstehen, warum bestimmte Leistungen teurer sind und welche Untersuchungen wirklich sinnvoll sind, können wir viel entspannter entscheiden – und unserer Katze genau die medizinische Versorgung geben, die sie verdient.

Ob Routinechecks, Seniorenbetreuung, Diagnostik oder Notfallmedizin: In diesem Beitrag bekommt ihr einen vollständigen Überblick über die wichtigsten Kostenpunkte, klare Beispiele aus dem Alltag und hilfreiche Tipps, wie ihr eure Katze bestmöglich unterstützt, ohne von überraschenden Rechnungen überrollt zu werden.

Unsere Katzen – ob mutige Entdecker wie Nelson oder sensible Seelen wie Jumah – verlassen sich darauf, dass wir sie durch alles hindurch begleiten. Und dazu gehört auch, finanzielle Verantwortung zu übernehmen und vorbereitet zu sein. Mit dem richtigen Wissen könnt ihr sicherstellen, dass eure Samtpfote in jeder Situation gut versorgt ist.

Themen in der Übersicht​

Grundlegende Tierarztleistungen & Routinekosten

Die regelmäßigen Tierarztbesuche gehören zu den wichtigsten Bestandteilen der Katzenpflege. Viele Behandlungen sind Routine – aber sie bilden das Fundament für ein gesundes Katzenleben. Wenn wir diese Basisleistungen gut im Blick haben, können wir viele größere Probleme verhindern und früh eingreifen, bevor Krankheiten ernst werden.

Allgemeine Untersuchung

Beim jährlichen Gesundheitscheck werden Herz, Lunge, Augen, Ohren, Bauch sowie Fell & Gewicht überprüft. Besonders wichtig, da Katzen Schmerzen gut verbergen. Nelsons leicht erhöhte Nierenwerte wurden so früh erkannt.

Kosten: 23–60 €

Impfungen

Schützen eure Katze vor gefährlichen Krankheiten. Auch reine Wohnungskatzen sollten regelmäßig geimpft werden.

Wichtige Impfungen:

  • Katzenschnupfen
  • Katzenseuche
  • Tollwut (bei Freigängern)
  • FeLV / Leukose

Kosten: 30–80 €

Parasitenbehandlung

Schutz vor Flöhen, Zecken, Würmern & Milben. Besonders wichtig für sensible Katzen wie Kiwi, die schnell reagieren.

Kosten: 8–25 €

  • Flöhe → Allergien, Blutarmut
  • Zecken → Infektionen
  • Würmer → Gewichtsverlust
  • Milben → Juckreiz

Zahnpflege & Zahnkontrollen

Einer der wichtigsten Bereiche! Jährliche Kontrolle verhindert Entzündungen, Zahnstein & FORL.

  • Zahnstein
  • Entzündungen
  • gelockerte Zähne
  • FORL

Kosten: 80–180 € (Zahnsteinentfernung)

Urin- & Kotuntersuchungen

Wichtige Diagnostik bei Durchfall, viel Trinken, Appetitlosigkeit oder plötzlicher Unsauberkeit – besonders bei älteren Katzen wie Nelson.

Kosten:

  • Kotprobe: 15–40 €
  • Urinanalyse: 20–45 €
  • Bakterienkultur: 40–80 €

Kleine Behandlungen

Viele kleine Eingriffe fallen immer wieder an – besonders in Mehrkatzenhaushalten.

  • Krallen schneiden
  • Wundversorgungen
  • Augen- & Ohrbehandlungen
  • Allergiebehandlungen
  • Entzündungsbehandlungen

Kosten: 10–40 €

Diagnostik, Operationen & medizinische Eingriffe

Diagnostische Untersuchungen und medizinische Eingriffe gehören zu den Bereichen, die viele Katzenhalter überraschen – sowohl emotional als auch finanziell. Katzen zeigen Schmerzen oft erst dann, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist. Genau deshalb ist Diagnostik so wertvoll: Sie ermöglicht frühe Erkenntnisse, bevor kleine Probleme zu großen werden.

Unsere Katzen haben uns schon oft gezeigt, wie unterschiedlich Diagnostik verlaufen kann. Nelson ist dabei einer der entspanntesten Patienten – er lässt Blutabnahmen über sich ergehen, als wäre es ein Wellnessprogramm. Jumah dagegen braucht viel Ruhe, eine sanfte Umgebung und vor allem Zeit. Beide zeigen uns, wie wichtig es ist, individuell auf jede Katze einzugehen.

Im Folgenden findest du einen Überblick über die wichtigsten diagnostischen Methoden, häufige Operationen und Eingriffe – und was sie kosten können.

Blutbild & Labordiagnostik

Das Blutbild zeigt Organfunktion, Entzündungen, Stoffwechselprobleme und Schilddrüsenwerte. Besonders wichtig bei Senior-Katzen oder wenn Fressverhalten & Energie sich verändern.
Kosten: 40–120 €

Röntgen

Hilft bei Gelenkproblemen, Knochenbrüchen, Atembeschwerden oder Verdacht auf Fremdkörper. Ideal bei Arthrose oder plötzlicher Lahmheit.
Kosten: 40–150 €

Ultraschall

Zeigt Herz- & Organstrukturen viel genauer als Röntgen. Wichtig bei Herzverdacht, Magen-Darm-Problemen oder unklaren Bauchschmerzen.
Kosten: 60–180 €

Zahnoperationen

Zahnprobleme gehören zu den teuersten Behandlungen bei Katzen:

  • Zahnsteinentfernung: 80–180 €
  • Zahnextraktion: 150–350 €
  • FORL-Komplett-OP: 400–1500 €

Kastration

Der häufigste Eingriff – beeinflusst Gesundheit & Verhalten positiv.

  • Kater: 60–120 €
  • Katze: 120–220 €

Wundversorgung & Behandlungen

Zu den häufigsten Eingriffen gehören Abszesse, Bissverletzungen, Infusionen & Schmerztherapie.
Kosten: 40–300 €

Notdienst & Nachtzuschläge

Notfälle können sehr teuer werden:

  • +50 € Notdienstpauschale
  • 2×–4× GOT-Satz
  • Not-OPs: 800–2000 €

Kosten im Alter & spezielle gesundheitliche Bedürfnisse

Wenn Katzen älter werden, verändert sich nicht nur ihr Verhalten, sondern auch ihre Gesundheit – und damit die regelmäßigen Tierarztkosten. Viele Erkrankungen entwickeln sich schleichend, und weil Katzen Schmerzen gut verbergen, merken wir Veränderungen oft erst spät. Genau deshalb empfehlen Tierärzte ab etwa sieben Jahren intensivere Vorsorge und regelmäßige Kontrollen.

Seniorenkatzen sind unglaublich dankbare Begleiter. Sie suchen Ruhe, vertraute Abläufe und ein liebevolles Zuhause. Aber sie brauchen auch etwas mehr Aufmerksamkeit – und manchmal ein paar zusätzliche Untersuchungen, die helfen, frühzeitig Probleme zu erkennen. Unsere eigenen Katzen zeigen das sehr deutlich. Nelson zum Beispiel war immer fit, aber im Alter hat eine Routine-Blutuntersuchung verraten, dass seine Nieren leicht belastet sind. Weil wir das rechtzeitig erkannt haben, konnten wir schnell reagieren.

Hier ist ein Überblick über die wichtigsten Themen und Kosten, die euch im Alter eurer Katze begegnen können.

Blutuntersuchungen

Was wird untersucht?

Nierenwerte (Crea, Harnstoff, SDMA),
Leberwerte (ALT, AST),
Schilddrüse (T4),
Blutzucker,
Entzündungsmarker

Wichtig für

Seniorkatzen ab 7 Jahren, kranke Katzen

Kosten

Großes Blutbild: 60–120 €
T4: 20–40 €
SDMA: 20–35 €

Blutdruckmessung

Was wird untersucht?

Messung des systolischen Blutdrucks

Wichtig für

Katzen ab ca. 10 Jahren,
Risiko für Augenschäden, Herz & Nieren

Kosten

20–40 €

Nieren & Harnwege

Was wird untersucht?

Harngrieß / Kristalle,
Eiweißverlust,
Zucker,
Entzündungen / Bakterien

Wichtig für

Ältere Katzen,
vermehrtes Trinken,
Unsauberkeit

Kosten

Urin: 20–45 €
Bakterienkultur: 40–80 €

Arthrose-Diagnostik

Was wird untersucht?

Röntgen,
Tastuntersuchung,
Bewegungsanalyse

Wichtig für

weniger Sprünge,
steifer Gang,
Schmerzen

Kosten

Röntgen: 40–150 €
Medikamente: 20–50 €/Monat

Zähne im Alter

Was wird untersucht?

FORL,
Zahnstein,
Entzündungen,
lockere Zähne

Wichtig für

bei älteren Katzen + Futterproblemen

Kosten

Zahnreinigung: 80–180 €
FORL-OP: 400–1500 €

Senioren-Check

Was wird untersucht?

Untersuchung,
Blutbild,
Urin,
Blutdruck,
Röntgen

Wichtig für

Alle Katzen ab 7 Jahren

Kosten

100–220 €

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Preisfaktoren, Notdienst & GOT: Warum Tierarztkosten so unterschiedlich sind

Viele Katzenhalter stehen irgendwann vor der Frage: „Warum kosten Tierarztbesuche manchmal mehr und manchmal weniger? Und was genau ist eigentlich die GOT?“

Die Antwort ist einfacher, als sie zuerst klingt – aber es gibt mehrere Faktoren, die den Preis beeinflussen. Wenn man sie kennt, versteht man Tierarztrechnungen deutlich besser – und kann Kosten realistischer einschätzen.

Wir gehen das jetzt Schritt für Schritt durch, absolut verständlich und mit Beispielen aus eurer eigenen Katzentruppe.

Die GOT – das gesetzliche Regelwerk

Die GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) legt deutschlandweit fest, welche Preise Tierärzte für einzelne Leistungen verlangen dürfen. Sie ist gesetzlich bindend – kein Tierarzt darf darunter gehen.

Mindestsatz: 1-fach   |   Höchstgrenze: bis zum 4-fachen Satz

Warum gibt es unterschiedliche Faktoren? Weil nicht jede Behandlung gleich ist. Manche Katzen lassen sich problemlos untersuchen, bei anderen dauert dieselbe Untersuchung doppelt so lange oder erfordert mehr Personal.

  • Die Faktoren werden verwendet für:
  • einfache Behandlung (1-fach)
  • schwierigere Fälle (2–3-fach)
  • Notdienst, Not-OPs & kritische Situationen (bis 4-fach)

Beispiel aus unserem Alltag:

Nelson ist beim Tierarzt total entspannt – eine Untersuchung dauert 5 Minuten und wird zum einfachen Satz abgerechnet.

Kiwi dagegen hat eher „Princess-Vibes“: Sie windet sich, braucht mehr Zeit und mehrere beruhigende Pausen. Dadurch steigt die Rechnung, weil die Untersuchung offiziell schwieriger ist und der Tierarzt einen höheren Satz ansetzen darf.

Sozialisierung mit anderen Katzen – harmonisch zusammenführen

Katzen sind Individualisten – und genau deshalb braucht eine Zusammenführung Ruhe, Struktur und Geduld. Wenn zwei Katzen sich kennenlernen, treffen zwei kleine Welten aufeinander. Unser Job ist es, beiden Sicherheit zu geben und ihnen zu zeigen, dass diese neue Situation keine Bedrohung ist.

Eine neue Katze sollte immer in einem eigenen Zimmer starten. Dieser sichere Raum mit Bettchen, Futter, Toilette und einem Versteck hilft ihr, anzukommen und Stress abzubauen. Gleichzeitig können die vorhandenen Katzen den neuen Geruch wahrnehmen, ohne direkten Kontakt zu haben – ein wichtiger erster Schritt. Denn Katzen lernen einander immer zuerst über Gerüche kennen. Daher ist Geruchsaustausch – etwa durch Decken, Spielzeuge oder ein weiches Tuch, das man abwechselnd an beiden Katzen reibt – die Grundlage jeder guten Zusammenführung.

Sobald beide Katzen auf die Gerüche neugierig statt angespannt reagieren, kann vorsichtiger Sichtkontakt stattfinden. Eine leicht geöffnete Tür, ein Babygitter oder eine Plexiglasbarriere ermöglichen ein „Sehen ohne Berühren“. Kurze, ruhige Begegnungen, ohne Druck und ohne Zwang, sind hier entscheidend. Kein auf-den-Arm-Nehmen, kein direktes Vorstellen – Katzen müssen selbst entscheiden dürfen, wie nah sie sich kommen möchten.

Wenn die Türbegegnungen entspannt verlaufen, folgen die ersten freien Begegnungen. Diese sollten kurz sein und in einem Raum stattfinden, in dem beide Rückzugsmöglichkeiten haben. Ein gewisses Fauchen oder Knurren ist vollkommen normal. Das ist Kommunikation – keine Feindseligkeit. Wichtig ist, dass ihr nicht eingreift, solange die Körpersprache nicht eskaliert.

Positive gemeinsame Erlebnisse fördern Akzeptanz: gleichzeitiges Spielen, paralleles Fressen oder zwei Fensterplätze nebeneinander können kleine Wunder bewirken. So verknüpfen die Katzen „etwas Schönes“ mit der Anwesenheit des anderen. Bei uns hat das perfekt funktioniert – Nelson und Kiwi haben sich besonders über gemeinsames Spielen angenähert, erst mit zwei eigenen Angeln, später sogar gemeinsam.

Ihr erkennt, dass die Zusammenführung funktioniert, wenn die Katzen im selben Raum entspannen, neugierig statt angespannt reagieren, gleichzeitig fressen oder sich schlicht friedlich ignorieren. Ignorieren ist übrigens oft der erste Schritt zu echter Akzeptanz.

Eine gelungene Sozialisierung bedeutet nicht, dass Katzen sofort eng zusammen kuscheln. Sie bedeutet, dass sie sich im selben Zuhause sicher fühlen – und sich in ihrem eigenen Tempo annähern dürfen.

Sozialisierung mit anderen Tieren – Hunde & Katzen unter einem Dach

Wenn Katzen und Hunde zusammenleben sollen, braucht es Feingefühl, klare Regeln und vor allem Rückzugsmöglichkeiten. Viele glauben, Hunde und Katzen seien von Natur aus Gegner – doch in Wirklichkeit hängt ihre Beziehung fast immer von uns Menschen ab. Wie wir Begegnungen steuern, prägt das gesamte Miteinander.

Bei uns leben zwei Hunde – Lady, die inzwischen fünf Jahre bei uns ist, und Ace, unser „Kleiner“, der mittlerweile auch schon über ein Jahr hier lebt. Die Erfahrung zeigt: Jede Katze und jeder Hund bringt seine eigene Persönlichkeit mit. Und genau deshalb funktioniert das Zusammenleben nur, wenn alle ihren Raum bekommen, ohne gedrängt zu werden.

Unsere Jumah zum Beispiel ist bis heute vorsichtig mit den Hunden. Sie beobachtet, hält Abstand und entscheidet selbst, wann sie näherkommen möchte. Und das ist vollkommen in Ordnung. Wir zwingen sie nie, auf die Hunde zuzugehen. Sie hat ihren eigenen Weg gefunden, mit ihnen umzugehen – ruhig, vorsichtig, aber selbstbestimmt.

Dafür bieten wir viele erhöhte Wege, Regale, Kratzbäume und eigene Zimmer an, aus denen die Hunde sich fernhalten. So kann sie jederzeit dorthin flüchten, wenn sie Ruhe braucht.

Nelson dagegen ist das komplette Gegenteil. Für ihn sind die Hunde keine „anderen Tiere“, sondern Freunde. Besonders Ace ist sein kleiner Schatten. Die beiden laufen den ganzen Tag zusammen durchs Haus, liegen gemeinsam im Körbchen und suchen aktiv die Nähe des anderen. Wenn Nelson irgendwo hingeht, dauert es meist keine fünf Sekunden, bis Ace hinterher tapst – eine kleine, unzertrennliche Freundschaft.

Und dann gibt es noch Kiwi – unsere Queen.

Bei Kiwi haben beide Hunde Respekt, ganz automatisch. Wenn sie im Körbchen liegt, macht keiner auch nur einen Schritt in ihre Richtung. Sie entscheidet, wer sich ihr nähern darf. Und die Hunde akzeptieren das ohne Diskussion. Es ist herrlich zu beobachten, wie klar Katzen kommunizieren – und wie deutlich Hunde die Körpersprache lesen können.

Ein wichtiger Punkt bei der Zusammenführung war für uns von Anfang an:

Die Hunde dürfen nicht hinter den Katzen herlaufen.

Das ist eine der größten Fehlerquellen, denn viele Katzen interpretieren dieses Verhalten als Jagd – und verlieren sofort Vertrauen. Bei uns war deshalb klar: Die Katzen gehen zu den Hunden, nicht andersherum. Wenn die Katze Kontakt sucht, dürfen die Hunde ruhig bleiben und das zulassen. Wenn die Katze keinen Kontakt möchte, ist Abstand Pflicht.

Dieses einfache Prinzip hat bei uns Wunder bewirkt.

Weil jede Katze selbst entscheiden konnte, ob sie Nähe möchte oder nicht, konnte sich eine natürliche Hierarchie entwickeln – ohne Angst, ohne Stress, ohne Konkurrenz.

Das Ergebnis: Ein harmonisches Zuhause, in dem jede Katze und jeder Hund seinen Platz hat – ganz nach eigener Persönlichkeit.

Übungen zur Vertrauensförderung & gemeinsame Rituale

Eine gute Mensch-Katze-Beziehung entsteht nicht durch Zufall – sie entsteht durch kleine, wiederkehrende Erlebnisse, die die Katze mit Sicherheit, Spaß und Nähe verbindet. Katzen lernen nicht wie Hunde durch Kommandos, sondern durch Emotionen, Wiederholungen und positive Situationen, die sie freiwillig annehmen.

Diese Übungen und Rituale helfen eurer Katze, sich zu öffnen, Selbstvertrauen aufzubauen und eure Nähe Schritt für Schritt als etwas Angenehmes abzuspeichern.

Federangel-Jagd

Aktives Jagdspiel für Auslastung & Vertrauen.

So funktioniert’s

Die Katze folgt der Federangel und kann ihren Jagdinstinkt ausleben.

Ablauf:
• Langsam über den Boden führen
• Tempo steigern, wenn Interesse da ist
• Stopps & Sprünge einbauen
• Mit Fangmoment beenden

Ziel: Selbstvertrauen, Auslastung, Bindung.
Benötigt: Federangel oder Bandspielzeug.

Zielmatte

Fördert Fokus, Mut & ruhige Übungseinheiten.

So funktioniert’s

Die Katze lernt, eine Matte bewusst anzusteuern.

Ablauf:
• Matte hinlegen
• Schnuppern = belohnen
• Pfote auf Matte = extra Lob
• Matte versetzen & wiederholen
• Optional Clicker nutzen

Ziel: Konzentration, Struktur, Selbstsicherheit.
Benötigt: Matte, Leckerli, optional Clicker.

Vertrauenshand

Sanfte Übung für scheue oder neue Katzen.

So funktioniert’s

Die Katze lernt, dass Hände sicher sind.

Ablauf:
• Hand locker auf Boden legen
• Nicht bewegen
• Schnuppert die Katze → ruhig loben
• Später leichte Berührung versuchen

Ziel: Angstabbau, Nähe zulassen, Vertrauen.
Benötigt: Nur deine Hand & Zeit.

Schnüffelspiel

Mentale Auslastung & Erfolgserlebnisse.

So funktioniert’s

Die Katze darf suchen, schnüffeln & entdecken.

Ablauf:
• Leckerlis unter Bechern/Tüchern verstecken
• Katze suchen lassen
• Schwierigkeit langsam steigern

Ziel: Konzentration, Geistige Auslastung.
Benötigt: Leckerli, Becher, Tücher, Karton.

Sofa-Ritual

Ruhiges Bindungsritual für Nähe & Vertrauen.

So funktioniert’s

Gemeinsame Entspannung ohne Druck.

Ablauf:
• Täglich gleiche Zeit aufs Sofa setzen
• Ruhig sprechen, langsam blinzeln
• Katze entscheidet, ob sie näher kommt
• Leichte Berührungen optional

Ziel: Ruhe, Bindung, Geborgenheit.
Benötigt: Zeit & ein ruhiger Moment.

Clicker-Basic

Für Klarheit, Training & Gehirnstimulation.

So funktioniert’s

Die Katze lernt kleine Aufgaben bewusst auszuführen.

Ablauf:
• Click = Belohnung
• Nase an Target-Stick = Click
• Matte berühren = Click
• Schrittweise steigern

Ziel: Fokus, Mut, kognitive Förderung.
Benötigt: Clicker, Target-Stick, Leckerli.

Häufige Fehler im Umgang mit Katzen – bitte vermeiden!

Viele Missverständnisse und Probleme im Katzenverhalten entstehen, weil wir Menschen ihre Signale anders deuten als sie es meinen. Diese Fehler passieren schnell – aber wenn ihr sie kennt, könnt ihr sie ganz leicht vermeiden und eurer Katze Sicherheit, Ruhe und echtes Vertrauen schenken.

  • Die Katze bedrängen oder zu viel Nähe erzwingen.
    Katzen brauchen Zeit und entscheiden selbst, wann sie Kontakt wollen.
  • Rückzugsorte stören (z. B. im Körbchen, beim Schlafen, beim Fressen).
    Ruheplätze sind heilig. Jede Störung erzeugt Stress.
  • Zu viel oder direkter Blickkontakt.
    Starren wirkt bedrohlich. Sanftes Blinzeln dagegen bedeutet „Ich vertraue dir“.
  • Strafen wie Anschreien oder mit Wasser spritzen.
    Das zerstört Vertrauen – Katzen verstehen Strafen nicht.
  • Hochheben gegen den Willen der Katze.
    Viele Katzen mögen das nicht und fühlen sich ausgeliefert.
  • Hunde auf die Katze zulassen.
    Die Katze entscheidet, nicht der Hund. Bei euch funktioniert das perfekt, weil ihr das immer respektiert habt.
  • Zu wenig Beschäftigung & mentale Auslastung.
    Unterforderung führt zu Langeweile, Kratzen und Unruhe.
  • Stresssignale ignorieren.
    Ducken, Ohren anlegen, Schwanzpeitschen = sofort Raum geben.
  • Zu viele Veränderungen auf einmal.
    Katzen brauchen Stabilität, Rituale und bekannte Abläufe.
  • Ungeduld.
    Vertrauen braucht Zeit. Jede Katze öffnet sich in ihrem Tempo.

Jumah's Tipp

Ich bin Jumah – und ich war schon immer ein bisschen vorsichtig.
Neue Geräusche, fremde Menschen oder schnelle Bewegungen machen mich schnell unsicher. Aber das ist okay, denn jede Katze ist anders. Manche springen sofort in eure Arme – ich gehöre nicht dazu.

Was mir wirklich hilft, ist Ruhe. Ich brauche Zeit, um Dinge zu beobachten, bevor ich entscheide, ob sie sicher sind. Wenn ihr mir Raum lasst, kann ich viel mutiger sein. Drängt mich niemand, dann komme ich irgendwann von ganz allein.

Ihr könnt mir helfen, indem ihr:
• mir mehrere ruhige Rückzugsorte gebt – am liebsten hoch oben oder in einer geschützten Ecke
• langsam mit mir sprecht und mich nicht überrascht
• mich nicht hochhebt, wenn ich es nicht möchte
• mir zeigt, dass ich selbst entscheiden darf

Ich weiß, ich wirke manchmal schüchtern. Aber wenn ich mich in eurer Nähe hinlege oder euch aus meinem Versteck anblinzle, dann ist das meine Art zu sagen:

„Ich vertraue euch – auf meine Weise.“

Mit Geduld, Liebe und ein bisschen Verständnis kann sogar eine ängstliche Katze wie ich ganz viel Nähe schenken. Nur eben in meinem Tempo.

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Tierarztkosten für die Katze

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