BARFen und Rohfüttern von Katzen
Wie barfe ich meine Katze richtig?
BARF klingt erstmal nach Freiheit im Napf: frisches Fleisch, natürliche Zutaten, weniger Rätselraten auf der Verpackung. Und ja, Rohfütterung kann für manche Katzen wunderbar passen.
Aber sie ist kein Bauchgefühl-Projekt. Katzen brauchen nicht einfach nur Fleisch, sondern eine ausgewogene Ration mit Calcium, Taurin, Organen, Fett, Mineralstoffen und Vitaminen.
Was bedeutet BARF bei Katzen?
BARF wird meist als biologisch artgerechte Rohfütterung verstanden. Gemeint ist eine Fütterung mit rohen tierischen Komponenten, die möglichst nah an den Bedürfnissen der Katze geplant wird.
Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Katzen sind spezialisierte Fleischfresser. Ihre natürliche Beute besteht nicht nur aus Muskelfleisch, sondern auch aus Knochen, Organen, Blut, Fett, Haut und kleinen Mengen Mageninhalt.
Das wichtige Wort ist: geplant. Eine Katze braucht unter anderem ausreichend Taurin, Calcium, Phosphor, Vitamin A, B-Vitamine, Spurenelemente und genug Energie. Fehlt etwas über längere Zeit oder ist etwas deutlich zu viel, kann das Probleme machen.
Richtig gemacht kann BARF sehr individuell sein. Ihr könnt auf Vorlieben, Unverträglichkeiten und den Alltag eurer Katze eingehen. Falsch gemacht kann es aber zu Mängeln, Verdauungsproblemen oder einem ungünstigen Calcium-Phosphor-Verhältnis führen.
Drei Dinge, die vorher geklärt sein sollten
Wer diese drei Punkte vorab abhakt, spart sich später viel Rätselraten – und der Einstieg wird deutlich entspannter.
Gesundheit prüfen
Ist eure Katze gesund, normalgewichtig und verdaut stabil? Dann ist die Planung leichter. Bei Nieren-, Harnwegs- oder Verdauungsproblemen gehört Rohfütterung in fachliche Begleitung.
Rezept statt Rätsel
Ein BARF-Plan ist kein Pi-mal-Daumen-Napf. Ein gutes Rezept berücksichtigt Gewicht, Alter, Aktivität, Verträglichkeit – und ob eure Katze wirklich alles frisst.
Hygiene ernst nehmen
Rohes Fleisch braucht Küchenroutine: saubere Bretter, kurze Standzeiten, getrennte Lagerung und gründliches Händewaschen. BARF verzeiht weniger Chaos als eine geschlossene Dose.
Wann Rohfütterung Begleitung braucht
Bei Nierenproblemen, Harnwegsthemen, Diabetes, Übergewicht, Allergien oder chronischen Verdauungsproblemen sollte Rohfütterung immer mit Tierarzt oder Ernährungsberatung begleitet werden.
Das ist keine Absage an BARF – es heißt nur, dass die Ration dann noch genauer zur Katze passen muss.
Was gehört in eine ausgewogene BARF-Ration?
Die genaue Zusammensetzung sollte immer zum Rezept passen, aber diese Bausteine begegnen euch beim BARFen fast immer:
Muskelfleisch
Die Basis, aber nicht die ganze Mahlzeit.
Herz und Innereien
Wichtige Nährstoffe, aber bitte passend dosiert.
Calciumquelle
Zum Beispiel fein gewolfte Knochen, Knochenmehl oder eine andere berechnete Calciumquelle.
Taurin
Für Katzen besonders wichtig und häufig gezielt zu ergänzen.
Fett und Energie
Nicht jede Katze braucht dieselbe Menge.
Mineralstoffe und Vitamine
Abhängig vom Rezept, den Fleischsorten und den verwendeten Ergänzungen.
Kein rohes Schweinefleisch
Rohes Schweinefleisch sollte wegen möglicher Infektionsrisiken nicht in den Napf. Bei Geflügel, Rind, Lamm oder anderen Sorten zählt vor allem gute Qualität und eine saubere Kühlkette.
Sicherheit im Alltag: So bleibt BARF entspannt
Rohfütterung wird im Alltag leichter, wenn ihr euch feste Abläufe baut. Fleisch wird portioniert eingefroren, im Kühlschrank aufgetaut und nicht stundenlang warm stehen gelassen. Näpfe, Messer und Bretter werden direkt gereinigt.
Praktisch ist ein kleines BARF-System: eigene Schneidebretter, saubere Dosen oder Gefrierbeutel, beschriftete Portionen und ein fester Platz im Kühlschrank. So müsst ihr nicht jeden Tag neu überlegen, sondern greift einfach zur vorbereiteten Portion.
Damit BARF im Alltag sicher bleibt
- Portioniert einfrieren und im Kühlschrank auftauen – nie bei Zimmertemperatur.
- Eigene Schneidebretter und Messer nur für Rohfleisch, direkt nach Gebrauch reinigen.
- Kurze Standzeiten: Futterreste nicht lange stehen lassen. Gerade im Sommer lieber kleinere Portionen anbieten und den Napf danach direkt spülen.
- Beschriftete Portionen mit Datum – so wisst ihr immer, was wie lange liegt.
- Wassernäpfe und Futterplätze sauber halten – das gehört zur Fütterung dazu, nicht zum Aufräumen danach.
- Beobachten: Fell, Gewicht, Kot, Energie, Trinkverhalten und Appetit erzählen euch viel darüber, ob die Fütterung wirklich passt.
Ein Blutbild ist kein Drama
Bei Unsicherheit ist ein Blutbild oder eine fachliche Rationsprüfung kein Drama, sondern einfach gute Vorsorge – gerade nach den ersten Monaten mit einem neuen Plan.
Die Umstellung: Schritt für Schritt statt Napf-Revolution
Manche Katzen stürzen sich sofort begeistert auf rohes Fleisch. Andere schauen euch an, als hättet ihr gerade das WLAN im Napf serviert. Beides ist normal.
Viele Katzen akzeptieren Neues besser, wenn es nicht eiskalt aus dem Kühlschrank kommt. Zimmerwarm riecht es intensiver und wirkt einladender.
So gelingt die Umstellung
Winzig anfangen
Ein kleines Stück rohes Fleisch als Test, dann einzelne Probiermomente – und erst danach ein sauber berechneter Plan.
Als Topping anbieten
Wenn eure Katze bisher nur Nassfutter kennt, mischt kleine Mengen rohes Fleisch obenauf. Bei Trockenfutter-Katzen ist der Weg länger: erst auf Nassfutter umstellen, dann weiter.
Nur eine Sache ändern
Wer Futterart, Sorte, Menge und Supplemente auf einmal wechselt, weiß am Ende nicht mehr, worauf die Katze reagiert hat. Eine Sache ändern, ein paar Tage beobachten, dann weiter.
Bei Problemen pausieren
Wenn Durchfall, Erbrechen, deutliche Futterverweigerung oder Gewichtsverlust auftreten: Umstellung pausieren und Rat holen. Eine gute Umstellung darf langsam sein.
Nelsons Rohfutter-Tipp
„Hallo Freunde, Nelson hier. Ich bin ja grundsätzlich für alles, was im Napf spannend riecht. Aber auch ich sage: Bitte nicht einfach Fleisch reinwerfen und hoffen, dass die Katze den Rest schon irgendwie regelt.“
BARF kann passen – wenn der Napf einen Plan hat
BARFen kann eine tolle Möglichkeit sein, eure Katze individuell und hochwertig zu ernähren. Es ist aber keine Abkürzung, sondern eher ein kleines Küchenprojekt mit Verantwortung.
Wenn ihr euch mit den Nährstoffen beschäftigt, sauber arbeitet, langsam umstellt und bei gesundheitlichen Themen fachliche Hilfe dazuholt, kann Rohfütterung sehr gut in den Katzenalltag passen. Wenn euch das zu viel ist, ist das genauso okay – eine gute Fertigfütterung ist keine schlechtere Wahl.
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11 Gedanken zu „BARFen und Rohfüttern von Katzen“
Bin selber vor einiger Zeit erst aufs BARFEN aufmerksam geworden. Habs dann direkt mal bei meinen zwei Katzen „ausprobiert“. Wurde von den beiden mit Begeisterung angenommen, glaube so schnell war der Napf noch nie leer :). Tatsächlich habe ich auch das Gefühl, dass das Fell seitdem deutlich glänzender geworden ist.
Vielen Dank für den Artikel, werde meine Katzen garantiert weiter BARFEN!
Das freut uns sehr zu hören das es den Katzen schmeckt.
Besonders auf lange Sicht ist das BARFEN die Gesündeste Ernährung für Katzen, auch wir haben durch das BARFEN sehr schnell gemerkt das sich die Katzen viel gesünder fühlen. Und möchten es aus diesem Grund soviel Katzen Besitzern näherbringen.
Liebe Grüße
Das Kleinstadttiger- Team
Wir verzichten bei unseren Katzen auf das Barfen, da es unterm Strich einfach viel zu teuer geworden ist. Haben probeweise mal zwei Monate getestet, konnten jedoch auch keine Veränderung im Verhalten oder dem Kräftelevel der Tiere feststellen. Der Einkauf der Produkte war auch immer sehr zeitfressend, da ich die frischen Fleischstücke immer vom heimischen Metzger geholt habe. Also das Beste vom Besten. Geschmeckt hat es den Katzen aufjeden Fall, doch das Loch in meinem Geldbeutel wurde einfach immer größer. Wie Nadine von Frauentausch einst schon sagte: Für die Kinner‘ kann es auch schon mal was aus der Dose sein.
Ein sehr schöner und informativer Beitrag zum Thema! Danke für die tollen Tipps!
Wenn wir irgendwann mal eine Katze haben werde ich auch über BARFen nachdenken. Es scheint ja echt viele Vorteile zu haben 🙂
Hallo Sarah,
Das freut uns, das wir dir mit unserem Text viele Informationen mitgeben konnten.
Liebe Grüße
Das Kleinstadttiger- Team
Ich finde es auch besser seine Katze mit reinem Fleisch ohne Zusätze, wie Gedreide zu füttern. Ich kann mir auch vorstellen das Ente oder Kaninchen auf dem natürlichen Speiseplan der Katze steht aber sind Rinder nicht ein bischen groß, um von einer Katze in der Natur gegessen zu werden?
Hallo Alex,
es stimmt das sich Kaninchen und Enten auf der Speisekarte von Katzen stehen, Rinder sind für unsere Hauskatzen doch etwas zu groß zum Jagen. Aber Rinder und andere Paarhufer sind Bestandteil der Speisekarte von großen Raubkatzen wie Tiger, Löwe und co., also den nehmen Verwandten unserer Stuben Katzen.
Liebe Grüße
Das Kleinstadttiger- Team
Pingback: KatzenKüche: Fertiges Katzen-BARF für Einsteiger
Hallo und schönen guten Abend,
leider frisst mein Kater nur Putenherzen.
Ich bin auf der Suche nach einem Vitaminpulver alos Supplement, finde aber nur welche mit Folsäure. In der synthetischen Form blockiert dieses die Methylierungsprozesse im Körper, was zu Krebs führen kann und das Immunsystem schwächt.
Können Sie mir ein gutes Supplement empfehlen?
Vielen Dan und ganz liebe Grüße von Angi
Hallo Angi,
Katzen sind bei der Umstellung auf BARF nicht immer einfach, sie haben sehr oft ihre eigene Meinung, wenn es darum geht, was gut für sie ist. Um deine Katze an den Geschmack von Fleisch zu gewöhnen kannst du mal versucht das Putenherz mit dem Fleischwolf zu zerkleinern und dabei eine geringe menge Muskelfleisch hinzuzugeben. Sollte dies klappen kannst du die Menge an Muskelfleisch Stück für Stück erhöhen und andere wichtige Bestandteile (Innereien) einfügen.
Leider ist es so das die meisten All-in-One Supplements nicht darauf ausgelegt sind, auf Dauer gefüttert zu werden. Sie sind super für den Einstieg oder als Ergänzung. Für den Anfang können wir dir AniForte® 4in1 Cat Complete – Rundumversorgung für Katzen oder Canina Barfer’s Best für Katzen empfehlen, hier ist Laut Inhaltsangaben keine Folsäure enthalten.
Gerne können wir auch über einen weiteren Kanal, wie Instagram schreiben, um vielleicht weitere Fragen zu klären.
Wir freuen uns über Rückmeldung.
Viele Grüße
Alena und Mario
Sehr schöner und informativer Beitrag! Vielen Dank dafür. Ich finde es toll, dass das Thema BARFen immer populärer wird. Wir BARFen bei unserem Labrador schon von Anfang an und möchten es auch bei unserem Kater umsetzen. Ich denke, es wird etwas schwierig werden, da er seeeehr wählerisch ist, was das Fressen angeht… Aber das sollte schon funktionieren 🙂
Liebe Grüße
Gözde