Katzen im Sommer
Tipps für heiße Tage
Der Sommer bringt hohe Temperaturen mit sich, die nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere Fellnasen eine Herausforderung darstellen können. Katzen sind besonders anfällig für Hitzeschäden wie Hitzschlag oder Dehydrierung.
Bei uns bekommt ihr Tipps, wie ihr eure Katze an heißen Tagen schützt, für Abkühlung sorgt und ihr ausreichend Flüssigkeit zuführt. Außerdem erfahrt ihr, woran ihr einen Hitzschlag erkennt und was ihr als Erste Hilfe tun könnt.
Gefahren für Katzen im Sommer
Katzen regulieren ihre Körpertemperatur ganz anders als wir. Sie schwitzen nur wenig, und zwar über die Ballen an den Pfoten. Den größten Teil regeln sie über ihr Verhalten: Sie suchen Schatten, legen sich auf kühle Flächen, putzen sich häufiger und verlegen jede Aktivität in die kühleren Tageszeiten.
Hitzschlag und Dehydrierung sind ernst zu nehmende Gefahren. Achtet deshalb auf Anzeichen wie starkes Hecheln, Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen oder Durchfall. Im Zweifelsfall sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.
Wer besonders empfindlich reagiert
Nicht jede Katze kommt gleich gut durch die Hitze. Besonders im Blick behalten solltet ihr sehr junge und sehr alte Katzen, übergewichtige Tiere, Katzen mit Herz- oder Atemwegserkrankungen und kurznasige Rassen wie Perser oder Exotic Shorthair – ihnen fällt schon das normale Atmen schwerer.
Auch dunkles, dichtes Fell heizt sich in der Sonne stärker auf, und weiße Ohren und Nasen bekommen tatsächlich Sonnenbrand.
Hitze vermeiden – Schutz bieten
Um eure Katze vor Überhitzung zu schützen, solltet ihr ihr vor allem Zugang zu kühlen, schattigen Plätzen ermöglichen. Haltet sie an heißen Tagen am besten im Haus und vermeidet Aktivitäten in der prallen Sonne. Lieblingsplätze am Fenster können durch außen angebrachte Jalousien oder innen aufgehängte feuchte Handtücher angenehm temperiert werden. Achtet auch darauf, dass sich eure Katze nicht versehentlich in aufgeheizten Räumen wie Dachböden oder Wintergärten einsperrt.
Diese sieben Dinge schaffen echten Schutz
Nicht alles davon braucht jede Wohnung – aber je mehr davon vorhanden ist, desto entspannter kommt eure Katze durch den Tag.
Verschattung von außen
Außen angebrachte Jalousien, Markisen oder Sonnensegel wirken deutlich besser als Vorhänge innen – die Wärme kommt so gar nicht erst durch die Scheibe.
Ein kühler Raum, der offen bleibt
Bad, Flur oder ein Nordzimmer mit Fliesen sind oft die kühlsten Orte der Wohnung. Wichtig: Die Tür muss offen bleiben, damit die Katze jederzeit hinein- und wieder herauskommt.
Durchzug in den kühlen Stunden
Frühmorgens und nachts querlüften, tagsüber alles geschlossen halten. Offene Fenster nur mit stabiler Sicherung – wie das geht, steht im Beitrag Balkon und Fenster katzensicher machen.
Ventilator auf niedriger Stufe
Nicht direkt auf den Schlafplatz richten und die Katze muss ausweichen können. Ein Schutzgitter ist Pflicht – neugierige Pfoten kommen sonst zwischen die Flügel.
Schatten draußen
Auf Balkon und Terrasse muss zu jeder Tageszeit ein schattiger Platz erreichbar sein. Schatten wandert – was morgens kühl ist, kann mittags in der Sonne liegen.
Wärmefallen kennen
Auto, Gewächshaus, Wintergarten, Dachboden, Gartenhaus und die Transportbox heizen sich rasend schnell auf. Vor dem Schließen einer Tür immer nachsehen, wo alle Katzen sind.
Aktivität verschieben
Spiel, Training und Fellpflege auf den frühen Morgen oder den späten Abend legen. Mittags gilt: Ruhe ist das Programm.
Abkühlung zwischendurch
Kühle Fliesen oder ein feuchtes Handtuch als Liegeplatz werden von vielen Katzen gerne angenommen. Auch das sanfte Befeuchten des Fells, vor allem am Bauch und an den Innenseiten der Beine, kann erfrischend wirken. Manche Katzen haben sogar Spaß daran, Eiswürfel oder gefrorenes Spielzeug über den Boden zu jagen. Auch ein eigener Ventilator auf niedriger Stufe wird oft als angenehm empfunden.
Sechs Abkühlungen zum Ausprobieren
Wichtig bei allem: Die Katze entscheidet. Kühlung wird angeboten, nie aufgedrängt – und eiskalt ist nie gut, weil sich die Blutgefäße dabei zusammenziehen und die Wärme im Körper bleibt.
Ein kühler Stein im Schatten
Eine Granit-, Schiefer- oder Marmorplatte an einem schattigen Platz bleibt den ganzen Tag angenehm kühl und braucht weder Strom noch Wartung. Auf dem Balkon genauso gut wie im Flur.
Feuchtes Handtuch oder Kissen
Ein Handtuch nass machen, gut auswringen und über das Lieblingskörbchen oder den Liegeplatz legen. Die Verdunstung kühlt sanft – und die Katze kann jederzeit runter, wenn es ihr zu viel wird.
Kühlmatte
Gel-Kühlmatten aus dem Fachhandel arbeiten ohne Strom und ohne Vorkühlen. Nur freiwillig anbieten und nie unter einer Decke – eingerollt kann die Katze der Kühle nicht ausweichen. Selbstgemachte Varianten stehen im Beitrag DIY-Kühlmatten für Katzen.
Eiswürfel zum Jagen
Über den Fliesenboden geschoben werden sie zum Spielzeug, das ganz nebenbei für Abkühlung sorgt. Wer mag, friert ein wenig Thunfischwasser mit ein. Nicht direkt aufs Fell legen.
Fell leicht befeuchten
Mit feuchten Händen über Bauch, Innenseiten der Beine und Nacken streichen – dort sitzen die großen Gefäße. Kein Sprühen ins Gesicht, viele Katzen erschrecken davon.
Kühlung im Rückzugsort
Eine Kachel oder eine Fliese in der Lieblingshöhle, ein gekühltes Kirschkernkissen unter der Decke: So bleibt der sichere Platz auch bei Hitze attraktiv, statt zur Wärmefalle zu werden.
Bietet ausreichend Flüssigkeit an
Stellt mehrere Schalen mit frischem Wasser an verschiedenen Stellen in der Wohnung auf und erneuert den Inhalt regelmäßig. Viele Katzen bevorzugen fließendes Wasser – spezielle Katzenbrunnen können hier Abhilfe schaffen. Durch Zugabe von etwas Kokoswasser oder ungesalzener Hühnerbrühe kann die Attraktivität des Trinkwassers gesteigert werden. Achtet auch darauf, den Feuchtigkeitsgehalt des Futters zu erhöhen, indem ihr Nassfutter gebt oder Wasserschalen zum Trockenfutter anbietet.
Woraus Katzen im Sommer gerne trinken
Katzen haben ein schwaches Durstgefühl – sie trinken vor allem dann, wenn sie zufällig an einer attraktiven Stelle vorbeikommen. Je mehr Angebote es gibt, desto mehr kommt zusammen.
- Trinkbrunnen mit leiser Pumpe: bewegtes Wasser zieht viele Katzen magisch an
- Flache, breite Schalen statt tiefer Näpfe – die Schnurrhaare stoßen sonst an
- Kleine Wasserschüsseln in den Übertöpfen von Zimmerpflanzen: dorthin gehen Katzen ohnehin
- Eine Schale auf dem gesicherten Balkon, im Schatten und windgeschützt
- Der laufende Wasserhahn als tägliches Ritual, wenn eure Katze darauf steht
- Wasser weit weg vom Futternapf – mindestens zwei Meter Abstand
- Nassfutter mit einem Esslöffel Wasser je 50 Gramm anreichern
- Ein Spritzer ungesalzene Hühnerbrühe, Kokoswasser oder Thunfischwasser als Lockmittel
- Zweimal täglich frisch auffüllen – abgestandenes, warmes Wasser wird gemieden
Erkennt die Anzeichen eines Hitzschlags
Zu den Symptomen eines Hitzschlags bei Katzen gehören Hecheln, Unruhe, glasige Augen, Schwäche, Gleichgewichtsstörungen, Bewusstlosigkeit und Krämpfe.
Hecheln und Unruhe
Das erste und wichtigste Zeichen. Eine Katze, die hechelt oder mit offenem Maul atmet, ist bereits überhitzt.
Glasige Augen, Schwäche
Der Blick wirkt stumpf, die Katze reagiert verzögert oder lässt sich einfach fallen.
Gleichgewichtsstörungen
Taumeln, unsicherer Gang oder Umkippen sind ein deutliches Alarmzeichen.
Bewusstlosigkeit und Krämpfe
Ab hier zählt jede Minute. Sofort kühlen und unterwegs in die Praxis anrufen.
Erste Hilfe bei Hitzschlag
Wenn ihr solche Anzeichen bemerkt, bringt die Katze sofort an einen kühleren Ort und bietet ihr frisches Wasser an. Nasse Handtücher auf dem Körper helfen, die Temperatur zu senken. In schweren Fällen kann eine Infusion beim Tierarzt notwendig sein, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen.
Kühlt mit lauwarmem bis kühlem, nie eiskaltem Wasser und beginnt an Pfoten, Bauch und Leisten. Wasser anbieten, aber niemals einflößen.
Den ganzen Ablauf mit Warnzeichen, Sofortmaßnahmen und einer Notfallkarte zum Ausdrucken findet ihr im Beitrag Hitzschlag bei Katzen erkennen.
Jumahs Sommer-Tipp
Miau Leute, hier ist Jumah! Im Sommer genieße ich es, auf den kühlen Fliesen zu dösen und ab und zu einen Schluck aus meinem Trinkbrunnen zu nehmen. Und wenn mich mein Menschenrudel dann noch sanft mit einem feuchten Tuch abreibt, schnurre ich vor Vergnügen.
Aber Vorsicht: Zu viel Action in der Hitze ist nichts für uns Fellnasen. Lieber chillen wir zusammen im Schatten und warten, bis es abends wieder kühler wird und wir zu den Jagdspielen übergehen können.
Was meint ihr?
Weiterlesen
Warnzeichen, Erste Hilfe und Notfallkarte zum Ausdrucken.
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