Meine Katze trinkt nicht genug – was tun?

Das Trinkverhalten von Katzen macht vielen Menschen Sorgen. Wenn Katzen zu wenig Wasser zu sich nehmen, kann es zu langfristigen gesundheitlichen Problemen oder Dehydrierung führen.

Katzen trinken generell wenig

Katzen sind von Natur aus trinkfaul. Die Katze kommt ursprünglich aus der Wüste. Sie stammt von der afrikanischen Wildkatze ab, die im Alten Ägypten domestiziert wurde. Die afrikanischen Wildkatze nimmt ihre Flüssigkeit über das Blut ihrer Beutetiere auf.

Bei vielen Wohnungskatzen kann dies zum Problem werden. Während sich Freigänger nach wie vor vom Blut ihre Beute (Mäuse, Vögel u.Ä.) mit Flüssigkeit versorgen, haben Hauskatzen diese Möglichkeit nicht.

Bei Katzen gilt es dieselbe Faustregel wie bei Menschen: Je mehr Wasser sie zu sich nehmen, umso besser.
„Der Wasserbedarf bei einer ausgewachsenen Katze liegt bei 40 bis 50 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht am Tag.“

Katzen decken aufgrund ihrer Abstammung den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung ab. Während Wildkatzen und Freigänger die Flüssigkeit aus dem Blut ihrer Beute beziehen, ist es bei Hauskatzen das Futter, über das sie Flüssigkeit aufnehmen.

Das Futter mit Wasser anreichern

Wenn Eure Katze so gut wie nie trinkt, solltet Ihr das Futter noch zusätzlich mit Wasser anreichern. Ein Esslöffel Wasser je 50 Gramm Futter reichen hier aus und es wird noch problemlos gefressen. Eure Katze wird davon am Anfang vermutlich nicht sonderlich begeistert sein, da das Futter durch das Wasser etwas an Geschmack verliert. Hier müsst Ihr konsequent bleiben.

Dasselbe könnt ihr auch bei Trockenfutter machen. Ihr sollte aber nicht ausschließlich mit Trockenfutter füttern, da es gerade den Katzen, die ohnehin schon wenig trinken, nur noch mehr Wasser entzieht.

Nassfutter anstatt Trockenfutter verfüttern

Damit Eure Katze ausreichenden Flüssigkeit aufnimmt, sollte sie mit Nassfutter gefüttert oder gebarft werden. Nassfutter besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Trockenfutter dagegen meist nur zu weniger als zehn Prozent.

Ihr solltet daher die Katze ausschließlich mit Nassfutter füttern oder BARFen, so kann ein Großteil des täglichen Bedarfs an Wasser gedeckt werden. Die Flüssigkeitsangaben bei Trocken- oder Nassfutter könnt Ihr auf der Verpackung am Feuchtegehalt ablesen. Bei Nassfutter sollte dieser bei mindestens 80% sein!
Wenn Ihr Eure Katze mit Trockenfutter füttert, müsste sie enorm viel trinken, um genügend Flüssigkeit aufzunehmen.

Eiswürfel für den Sommer

Eiswürfel bewirken wahre Wunder. Gebt Eurer Katze einen Eiswürfel ins Futter oder legt ihr im Sommer einen zum Abschlecken in einen leeren Trinknapf. Oft wird der Eiswürfel durch die Wohnung gejagt und die Katze nimmt spielerisch mehr Flüssigkeit auf. Noch mehr Spaß macht es wenn Ihr in den Eiswürfeln etwas Thunfisch mit einfriert. So riecht und schmeckt der Eiswürfel noch viel besser!

Der richtige Standort und die Reinigung der Wasserquellen

Eure Vierbeiner haben ihre ganz besonderen Eigenarten. Viele Katzen haben ihre eigenen Wünsche wo sie ihr Wasser her beziehen. Da kann es durchaus vorkommen, dass der liebevoll platzierte Wassernapf links liegen bleibt und stattdessen aus der Blumenvase, Aquarien, dem Wasserhahn oder gar der Toilette getrunken wird!

Ignoriert Eure Katze den Wassernapf, kann es am Standort, dem Material und der Hygiene liegen. Katzen trinken meist erst wenn sie auf eine Trinkgelegenheit aufmerksam gemacht werden. So will Eure Katze gerade dann vom Wasserhahn trinken, wenn ihr euch gerade die Hände wascht, das Geschirr spült oder unter der Dusche steht.
Deshalb sollten mehrere Wassernäpfe in der Wohnung verteilt werden. Läuft eure Katze an Wasser vorbei, wird sie erst an ihren Durst erinnert und trinkt etwas.

Wenn der Katze eine Vielzahl an Wasserquellen zur Verfügung stehen, ist es sehr wichtig, dass das Wasser regelmäßig gewechselt und die Trinkgefäße gereinigt werden. Katzen sind sehr reinliche Tiere, deshalb solltet Ihr immer auf die Sauberkeit der Näpfe achten. Das Wasser sollte mindestens alle zwei Tage gewechselt und die Näpfe gereinigt werden.

Reinigung der Wasserquellen

Bei der Reinigung solltet Ihr unbedingt auf Spülmittel verzichten! Auch in die Spülmaschine sollten die Näpfe nicht. Der Geruchssinn von Katzen ist sehr ausgeprägt, weshalb sie Spülmittelreste sofort riechen. Viele Katzen weigern sich aus einen „verunreinigten“ Napf zu trinken.

Den Napf könnt Ihr einfach mit heißem Wasser und einem sauberen Schwamm reinigen. Die Keime werden so abgetötet und Eure Katze wird beim Trinken nicht gestört. Auch zu beachten ist, dass viele Katzen nicht da trinken, wo sie fressen. Der Trinknapf sollte mindestens 2 Meter vom Futternapf entfernt stehen.

Der Standort des Napfes beeinflusst das Trinkverhalten Eurer Katze sehr. Der Napf sollte an einem ruhigen und schattigen Ort platziert werden, an dem die Katze ungestört ist. Auch wenn viele Freigänger aus Pfützen und Tümpeln trinken, bevorzugen die meisten Hauskatzen frisches Wasser. Ist das Wasser der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, bilden sich schnell Keime.

Auch die Material des Napfes hat Einfluss auf das Trinkverhalten eurer Katze. Katzen haben sehr feine Näschen. So wie sie den Geruch von Chemikalien hassen, reagieren sie auch auf den Geruch von Plastik, Gummi oder Silikon. Ihr solltet hier am besten einen Keramik- oder Edelstahlnapf nehmen.

Katze trinkt aus Wasserhahn oder aus einem Katzenbrunnen (Fließendes Wasser)

Fließendes Wasser verzaubert nicht nur uns Menschen und auch unsere Katzen können mithilfe dieses Tricks magisch angezogen werden. Auch dies liegt an der Abstammung der Katzen. Sauberes Wasser ist in der Wüste Mangelware und nur aus fließenden Wasserquellen wie Flüssen zu bekommen. Stehendes Wasser oder eher abgestandenes Wasser ist in der Wüste häufig sehr zähflüssig und mit Keimen überhäuft. Katzen, die fließendes Wasser getrunken haben, haben sich in der Evolution durchgesetzt. Deshalb ist es noch heute ein Urinstinkt, fließendes Wasser zu bevorzugen.

Dieser Instinkt unserer Katzen äußert sich an keiner anderen Stelle so sehr, wie an ihrer Vorliebe am fließenden Wasserhahn zu trinken. Natürlich können wir nicht den ganzen Tag den Wasserhahn laufen lassen nur damit unsere Katzen etwas trinken. Eine deutlich einfachere und bessere Möglichkeit stellen hier Katzenbrunnen dar. Die Katzen werden nicht nur durch das Geräusch des fließenden Wassers angezogen, sondern es macht ihnen auch Spaß mit dem Wasser zu spielen.

Die Wahl des richtigen Trinkbrunnens

Katzenbrunnen gibt es zuhauf und auch beim Kauf gibt es einiges zu beachten.

Keramik: Keramik ist das beste Material, wenn es um Katzennäpfe oder Trinkbrunnen geht. Es hat keinen Eigengeruch, ist neutral und beugt durch seine glatte Oberfläche Keimbildung vor.
Leise Pumpe: Viele Brunnen haben eine sehr laute Pumpe. Viele Katzen irritiert das Geräusch und sie haben Angst, vom Brunnen zu trinken. Hier lohnt es sich, einen etwas teureren Brunnen zu wählen.
Schräge Oberfläche: Katzen bevorzugen von Natur aus eine erhöhte Trinkposition. Eine schräge Oberfläche entspricht dem natürlichen Trinkverhalten der Katze am meisten und animiert zum Trinken.

Gesundheit der Katze

Bei Dehydrierung sinkt der Wasser- und Elektrolytespiegel unter den Normalwert. Ob Eure Katze dehydriert ist, erkennt ihr mit dem Nackenfaltentest. Hierzu nimmst Du eine Hautfalte vom Nacken- oder Schulterbereich zwischen zwei Finger, ziehst sie leicht nach oben und lässt sie dann wieder los. Geht die Nackenfalte nicht sofort wieder in ihre Ausgangsposition zurück, kann es ein Anzeichen für eine Dehydrierung sein! Auch ein schneller Herzschlag, Hecheln und matte Augen sind Symptom für einen Flüssigkeitsmangel.

Bei Katzen, die nicht genug trinken, kommt es langfristig zu Nierenproblemen, was bis zur chronischen Niereninsuffizienz führen kann. Die Nieren sind dafür verantwortlich, Giftstoffe zu filtern und über den Urin auszuscheiden. Erhält Eure Katze zu wenig Flüssigkeit, kann die Niere dieser Aufgabe nicht richtig nachgehen. Dadurch entsteht ungesund hochkonzentrierter Harn, was zu Harnsteinen führen kann.

Für die Gesundheit Eurer Katze, ist es wichtig ein Auge darauf zu haben was Eure Katze trinkt und wie viel. Freigänger trinken draußen mehr und öfter als aus einem Trinknapf.

Ab wann muss man zum Tierarzt?

Wenn Ihr alles ausprobiert habt und immer noch besorgt seid, dass Eure Katze nicht genug Wasser trinkt, solltet Ihr Euch erstmal vom Tierarzt beraten lassen. Ein mangelndes Interesse an Trinkwasser kann ein Symptom sein, dass unterschiedliche Ursachen hat. Es kann aber auch ein ganz normales Verhalten sein. Wenn Eure Katze ihre Trinkgewohnheiten nicht verbessert, kann Euer Tierarzt feststellen, ob dies auf eine Krankheit oder Stressfaktoren zurückzuführen ist und wird Euch auch sagen wenn Eure Sorge unbegründet ist.

Katze trinkt nicht nach einer OP

Nach einer Operation ist es nicht schlimm, wenn Eure Katze erstmal nichts trinkt. Denn nach einer OP sollte das Wasser zunächst nur in kleinen Mengen angeboten werden, um den Magen zu schonen. Oft kommt das Verlangen nach Wasser erst mit der Zeit zurück. Sollte Eure Katze am Tag nach der Operation immer noch nicht trinken, halten bitte Rücksprache mit Eurem Tierarzt.

Katze trinkt nicht mehr nach einem Umzug

Ein Umzug ist immer Aufregend und ein neues Abenteuer in einer neuen Umgebung. Für Eure Katzen bedeutet ein Revierwechsel häufig Stress. Meist sind anfangs auch noch viele Stressfaktoren wie Handwerker, ein unbekannter Mieter in der Wohnung gegenüber oder eine andere Katze auf dem angrenzenden Balkon vorhanden und beeinflussen das Verhalten Eurer Katze. In Stresssituationen trinken Katzen häufig weniger. Gebt Eurer Katze einfach genügend Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen und beobachten sie.

Was könnt ihr außer Wasser anbieten?

Zum frischen Wasser gibt es für Katzen keine Alternativen. Selbst die erhältliche Katzenmilch ist eher ein Nahrungsmittel als etwas zu Trinken, das ihr Eurer Katze nur gelegentlich als Leckerei anbieten solltet. Von Kuhmilch solltet Ihr Eure Katze allerdings fernhalten, da diese nicht gut verträglich ist. Wenn Eure Katze nicht genügend trinkt könnt Ihr als Ausnahme etwas Milch ins Wasser geben, um es ein bisschen aufzuwerten. So macht Ihr das Wasser interessanter. Hier hilft es aber auch ein wenig Thunfischsaft oder ungesalzene Hühnerbrühe beizugeben, damit Eure Katze mehr trinkt.

Über uns

Hallo, wir sind Alena und Mario. Schön, dass ihr auf Kleinstadttiger vorbeischaut!
Kleinstadttiger ist dein online Katzenratgeber, ihr wollt euch über Katzen informieren? Dann seid ihr hier genau richtig! Wir sind beide mit Katzen aufgewachsen und leben zurzeit mit fünf unterschiedlichen Katzen zusammen in Hessen. Die Liebe zu unseren Katzen verbindet uns. Das wichtigste für uns ist, dass es unseren Lieblingen gut geht und an nichts fehlt. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns Täglich mit ihren Wünschen und Bedürfnissen. Irgendwann hatten wir so viele Wissen zusammen, dass in uns der Wunsch aufkam dieses Wissen mit euch zu Teilen und Kleinstadttiger wurde 2018 geboren.
Uns ist es sehr wichtig, dass unsere Texte inhaltlich stimmen und euch viele Tipps und Tricks an die Hand geben, um das Leben von euch und euren Katzen zu bereichern.
Wir hoffen ihr fühlt euch wohl und lernt viele Neue interessante Dinge!

Alles Liebe, Alena und Mario

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6 Kommentare zu „Meine Katze trinkt nicht genug – was tun?“

    1. Hallo Alex,

      so ein Brunne sollte den ganzen Tag laufen, um die Katze beim vorbei gehen zum trinken zu animieren.
      Mann kann je nach große von ca. 12-V-Niederspannung rechen, aber hier solltest du dir die Produkt Beschreibung der Brunnen einmal genau anschauen.

      Liebe Grüße
      Das Kleinstadttiger- Team

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